19.12.2025
Machreich Artists trauert um die Schweizer Mezzosopranistin Yvonne Naef, die nach kurzer schwerer Krankheit viel zu früh von uns gegangen ist.
Vor allem für ihre Interpretationen im spätromantischen und dramatischen Fach hochgeschätzt, erlangte sie internationale Aufmerksamkeit unter anderem mit Rollen wie Brangäne (Tristan und Isolde), Kundry (Parsifal), Fricka (Der Ring des Nibelungen), Eboli (Don Carlo) und Mrs Quickly (Falstaff), die sie an bedeutenden Opernhäusern wie der Opéra de Paris, der Metropolitan Opera New York, der Wiener Staatsoper, der Hamburger Staatsoper, dem Royal Opera House Covent Garden und renommierten Festivals wie Bayreuth und Salzburg sang. Besonders dem Opernhaus Zürich war sie in langjähriger künstlerischer Partnerschaft verbunden und dort in zentralen Verdi- und Wagner-Partien (u.a. Azucena, Ulrica, Kundry) als auch im französischen und russischen Repertoire zu erleben.
Neben der Oper pflegte Yvonne Naef auch eine ausgeprägte Tätigkeit als Konzert- und Liedsängerin. Sie war eine gefragte Interpretin großformatiger Orchesterwerke, etwa von Gustav Mahler oder Arnold Schönberg (u. a. als Waldtaube in den Gurre-Liedern). Ihre musikalische Arbeit zeichnete sich durch intensive Textgestaltung, klangliche Tiefe und eine starke dramatische Präsenz aus.
Im Laufe ihrer Karriere arbeitete sie mit den namhaftesten Dirigenten und Orchestern zusammen und hinterließ ein vielseitiges diskographisches Erbe. Seit August 2014 wirkte Yvonne Naef zudem als hochgeschätzte und engagierte Gesangsdozentin an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und gab dort ihre reiche Bühnenerfahrung an die junge Sänger*innengeneration von heute weiter.
Wer ihr begegnen durfte, erlebte eine Musikerin mit klarem Geist, großer Disziplin und feinem Humor. Yvonne Naef hat das Musiktheater geprägt und bereichert, insbesondere mit ihren eindringlichen Wagner- und Mahler-Interpretationen, die lange nachklingen werden. Ihr künstlerisches Vermächtnis bleibt – in Erinnerungen, Aufnahmen und in der stillen Dankbarkeit all jener, die durch ihre Kunst bewegt wurden.
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