19.07.2025
Für Richard Strauss, auf die Siebzig zugehend, war es ein Glücksfall, als zu Beginn der 1930er Jahre der renommierte Literat Stefan Zweig, bekannt durch seine kunstreichen, gedankentiefen Romane, Novellen und Theaterstücke, sich als sein neuer Librettist empfahl. In wechselseitig inspirierender Zusammenarbeit schufen sie, nach einer Komödie von Ben Jonson aus der Shakespeare-Zeit, eine wahrhaft „komische Oper“ voller markanter Charaktere, Tempo und Witz, aber auch von großer Nachdenklichkeit. „Die Oper ist ein Volltreffer, wenn vielleicht erst im 21. Jahrhundert“, so Strauss selbst, dem in schwieriger, dunkler Zeit ein Werk von hoher kompositorischer Virtuosität und gelöster Heiterkeit gelang, eine Geschichte von Menschen, die sich nach Ruhe sehnen oder sich in Geschäftigkeit ergehen. Regisseur Jan Philipp Gloger debütiert damit an der Staatsoper – und für Christian Thielemann ist es die erste Neuproduktion als Generalmusikdirektor des Hauses, ein Amt, das einst auch Strauss bekleidet hatte.
Iris Vermillion, die im Laufe ihrer Karriere auf vielen internationalen Bühnen mit Richard Strauss‘ hochdramatischen Mezzopartien wie Herodias, Klytämnestra und Amme zu hören war, kehrt für diesen speziellen Anlass an die Staatsoper Berlin zurück und wird in der Partie der Haushälterin diesmal von ihrer komischen Seite zu erleben sein, die auch erheblich zur gesellschaftskritischen Atmosphäre des Stücks beitragen wird …
Besetzung
Peter Rose, Sir Morosus
Iris Vermillion, seine Haushälterin
Samuel Hasselhorn, Barbier Schneidebart
Siyabonga Maqungo, Henry Morosus
Brenda Rae, Aminta, seine Gattin
Serafina Starke, Isotta
Rebecka Wallroth, Carlotta
Dionysios Avgerinos, Morbio
Manuel Winckhler, Vanuzzi
Friedrich Hamel, Farfallo
Christian Thielemann, Musikalische Leitung
Jan Philipp Gloger, Inszenierung
Ben Baur, Bühne
Justina Klimczyk, Kostüme
Dani Juris, Einstudierung Chor
Detlef Giese, Dramaturgie
Staatsopernchor
Staatskapelle Berlin
19. | 22. | 24. Juli
Berlin | Staatsoper
R. Strauss: Die schweigsame Frau