Foto © Harald Hoffmann | DGG

THOMAS QUASTHOFF debütiert als Schauspieler

26.11.2012

Foto © Harald Hoffmann | DGG

„Thomas Quasthoff singt wieder“. So titelte neulich eine deutsche Zeitung, allerdings „nur“ anlässlich der jüngsten Premiere vom 24. November am Berliner Ensemble. Darin stand Thomas Quasthoff in seiner ersten Rolle als Schauspieler auf der Bühne, wobei Regisseurin Katharina Thalbach wusste, sich seine bisherige Laufbahn zu Nutze zu machen.

 

Derzeit ist Thomas Quasthoff als Narr in William Shakespeares „Was Ihr wollt“ in Berlin zu erleben, und räumt bei diesem Debüt gleich mit euphorischen Kritiken ab.

 

WAS IHR WOLLT
von William Shakespeare | übersetzt von Thomas Brasch

 

Mit: Sabin Tambrea (Viola / Sebastian), Antonia Bill (Olivia, eine reiche Gräfin), Larissa Fuchs (Orsino, Herzog von Illyrien), Veit Schubert (Sir Toby Rülps, Olivias Obkel), Martin Seifert (Sir Andrew Leichenwang), Thomas Quasthoff (Feste, Olivias Narr), Traute Hoess (Mary, Olivias Kammermädchen), Norbert Stöß (Malvolio, Haushofmeister bei Olivia), Felix Tittel (Antonio), Katharina Susewind (Kapitän / Fabian)

 

Friedrich Richter, Sebastian Sommer (Offiziere)

 

Lautten Compagney Berlin:
Juliane Laake / Sarah Perl (Gambe)
Magnus Andersson / Ophira Zakai (Laute)
Peter Kuhnsch / Nora Thiele (Schlagwerk)

 

Regie: Katharina Thalbach
Mitarbeit: Wenka von Mikulicz
Bühne: Momme Röhrbein
Kostüme: Angelika Rieck
Musikalische Leitung:
Hans-Jörn Brandenburg
Wolfgang Katschner
Licht: Steffen Heinke
Kämpfe: Eduard Burza
Dramaturgie: Hermann Wündrich
 

www.berliner-ensemble.de

 

„Im Zentrum steht der Narr. Ihn spielt Thomas Quasthoff […] Mit seiner wunderschön warmen Stimme beschwört er in melancholischen Barockarien die Todessehnsucht – um im nächsten Moment nach Peter Fox zu grooven ‚Schüttel deinen Speck!‘. [Er] konterkariert allein durch seine Präsenz auf der Bühne den höfischen Kosmos.“
HAZ | 26.11.12

 

„Das Erste, was man vom Schauspieler Thomas Quasthoff hört, ist ein Renaissance-Song. Seine Stimme klingt immer noch berückend. Sein Narr ist der einzige Klarsichtige unter Liebestumben und höfischen Idioten, einer, dessen Pointen ins Mark treffen. Im Januar hat der 53-Jährige seine Gesangskarriere beendet – und rettet nun die Klugheit seiner romantischen Liedinterpretationen mit klarer Diktion und einer bewundernswerten Sprachmelodie ins gesprochene Wort. […] Wechsel gelungen.“
Die Welt | 26.11.12

 

„Dieser getarnte Narr, halb Götterbote, halb Schiffbrüchiger, durchschaut als einziger die Liebesspiele und Liebesverwirrungen um ihn herum, die er sanft weltweise kommentiert. Und dann auch in schönsten Tönen besingt. […] Die Barockarien, die er begleitet von der Lautten Compagney Berlin singt, sind so feinnervig, voller Intimität und, ja, der Liebe Nahrung, dass sich zu Katharina Thalbachs überbunter und herbhumoriger Inszenierung am Berliner Ensemble ein ziemlicher Abstand einstellt. Quasthoff ist es, der dem Abend eine gewisse Würde verleiht.“
nacht kritik.de | 26.11.12

 

„Es ist ein lauter, bunter Reigen, in dem einer an Witz und Energie alle übertrifft: Thomas Quasthoff zeigt als Narr nach seinem Karriere-Abschied als Bassbariton, dass er noch lange nicht am Ende ist.“
B.Z. | 26.11.12

 

"Begleitet von der „Lautten Compagney Berlin“ wird viel altes und neues Liedgut gesungen, besonders auffällig vom Bariton Thomas Quasthoff als Olivias Narr. Er kommt von hoch oben in einem umgedrehten Regenschirm hereingeschwebt und setzt den Glanzpunkt der tollkühnen Aufführung."

FAZ | 26.11.12